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December 2022

Energie, Inflation und die Wintersaison 22/23: Ausgabe 03 - Gastverhalten

Smart Host Studie

Energie, Inflation und die Wintersaison 22/23 Ausgabe 03 - Gastverhalten

Nachdem wir in den letzten zwei Wochen sowohl die aktuelle Buchungslage als auch die Durchschnittspreise betrachtet haben, wollen wir diese Woche eine Ebene tiefer einsteigen. Haben denn Energiekrise und Inflation einen messbaren Einfluss auf auf den einzelnen Gast?

Als Grundlage für diese Betrachtung dienen uns dieselben 300 ausgewählten Ferienhotels im 4 und 5 Sterne-Segment im DACH Raum (inkl. Südtirol).

Viel Spaß beim Lesen!


Achja – bevor Sie allzu wilde Theorien aufstellen, was es mit einem einzelnen Gast auf sich hat, hören Sie auf Sherlock Holmes:

„Es ist ein großer Fehler zu theoretisieren, bevor man Daten hat. Man beginnt unsinnigerweise, Fakten so zu verdrehen, dass sie zu Theorien passen, statt Theorien zu Fakten.”

Aufenthaltsdauer

2022: wieder da, wo wir 2019 gestartet sind

Die beiden Covid-Jahre haben die Dauer eines durchschnittlichen Aufenthalts deutlich verlängert: 2020 waren es im Schnitt 3,4 Tage, 2021 3,3 Tage. Leider haben Energiekrise und Inflation eine gegenteilige Wirkung. 2022 ist wieder auf dem Niveau 2019; 3,1 Tage bleigt der Gast im Schnitt; dahin sind die längeren Aufenthalte der vergangen Jahre.

Während 2020 nur 65,8 Prozent aller Aufenthalte in die kürzeste Stufe von 1-3 Tagen fielen, sind es aktuell bereits wieder 69,5 Prozent, und damit fast so viel wie 2019. Die meist besonders gern gesehenen Aufenthalte von über einer Woche sind nach einem Rekord im Jahr 2020 mittlerweile sogar unter das Ausgangsniveau von 2019 gefallen.

Loyalität

Immer mehr frische Gäste

Deutlich wie selten und unbeeindruckt von Corona, Inflation und Energiekrise zeigt sich folgender Trend: immer mehr Gäste besuchen ein Hotel zum ersten Mal. Waren 2019 noch 61,8 Prozent aller Gäste Erstbesucher, sind es 2022 schon 70,0%. Besonders die Kategorie der Wiederkehrer (2 Aufenthalte) schwächelt. In 2022 kamen nur 10,9 Prozent aller Gäste ein zweites mal ins Haus - 2019 waren es noch 14,3 Prozent.

Immerhin zeigt sich der Anteil der Stammgäste (3+ Aufenthalte) stabiler: ganze 19,1 Prozent aller Aufenthalte im Jahr 2022 fallen auf Gäste, welche das Haus bereits mindestens zwei mal zuvor besucht haben. Das ist zwar weniger als 2019 (23,9 Prozent) und 2020 (20,9 Prozent), aber immerhin ähnlich viel wie wie 2021 (19,6 Prozent).

Buchungsvorlauf

Gebucht wird wieder weiter im Voraus

Covid hat Hotelbuchungen wesentlich unsicherer gemacht. Gäste fragten sich, ob sie bei entsprechender Vorausbuchung überhaupt verreisen können? Während 2019 noch im Schnitt 67,4 Tage vor Anreise gebucht wurde, fiel dieser Wert auf nur 52,2 Tage in 2020 und gar nur 46,7 Tage in 2021. 2022 brachte zumindest in dieser Hinsicht eine Trendumkehr. Trotz Inflation und Energiekrise buchen Gäste wieder weiter im Voraus - aktuell ganze 54,4 Tage. Das ist zwar noch nicht Vor-Krisen-Niveau, aber bereits mehr als eine Woche länger als im letzten Jahr!

Fazit: Inflation und Energiekrise haben die Gewinne, was die Aufenthaltsdauer anbelangt, aufgezehrt. Gäste bleiben heute genauso lange wie bereits 2019. Der Anteil an Gästen, welche ein Hotel das erste Mal besuchen steigt. So schmerzhaft dies aktuell sein mag, so viel Potential haben Gastgeber künftig diesen Erstbesuchern eine Wiederkehr schmackhaft zu machen. Immerhin eine positive Entwicklung was Vorausbuchungen anbelangt - Gäste buchen wieder weiter im Voraus.

Nach dieser kurzen Lektüre wissen Sie nun - neben der bereits bekannte Auslastungs- und Preisentwicklung - mehr über den einzelnen Gast. In einem vorläufig letzten Teil dieser Serie wagen wir kurz vor Weihnachten einen aktualisierten Blick auf die dann aktuelle Buchungslage.

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