Smart Host Jahresrückblick 2020

Ein Jahr voller Ereignisse, die wohl keiner von uns so geplant hatte, liegt hinter uns. Zum Jahresende wollen wir einen Rückblick wagen. So speziell und herausfordernd 2020 auch war, konnten wir nichtsdestotrotz eine Vielzahl von spannenden Releases und Produktentwicklungen weiter vorantreiben und hatten insbesondere in den letzten Monaten auch Gelegenheit uns intensiv mit Kollegen aus der Branche auszutauschen. 

Vor allem unsere Kamingespräche der vergangen Wochen haben uns gezeigt, dass wir stolz auf unsere Branche sein können! Obwohl wir wohl wie kaum eine andere Branche von Covid-19 betroffen sind, hat doch keiner unserer Gäste den Optimismus und die Zuversicht für die Zukunft verloren. 

Teilen und Lernen

In unserem Gespräch mit Erich Falkensteiner (Falkensteiner Hotels & Resorts), Markus Widauer (Forsthofalm) und Markus Pichler (Ganischgerhof) zum Thema “Meine Wintersaison 2020/2021 – Hoteliers berichten” sagte Markus Pichler noch: “Wenn wir die Gastlichkeit nicht verlieren, haben wir gewonnen!”. Genau das haben wir als Branche im Sommer bewiesen. Markus Widauer verwies beispielsweise darauf, dass die Forsthofalm im Sommer fast 30% mehr Gäste verbuchen konnte als im Vorjahr.

Nun ist die Wintersaison 2020/2021 ganz anders, als geplant und wir sprachen über Regeln und Verbote, aber vor allem auch über das, was wir tun können, um uns, unseren Mitarbeitern und Gästen einen sicheren Winter zu bescheren. Erich Falkensteiner sagte in diesem Gespräch treffend “das Wichtigste in der Krise sind Information, Informationen, Informationen”, und deswegen war es uns vor allem im Gespräch mit der ÖHV und Martin Stanits wichtig Einblicke in das Thema Reisewarnungen und -Beschränkungen zugegeben. 

Neben hilfreichen Tipps und Einblicken in die Arbeit der ÖHV und vergleichbaren Branchenvertretungen, hat uns Martin Stanits den Denkanstoß mit auf den Weg gegeben, dass wir für die kommende Zeit auf Gäste, die von weiter her kommen verzichten müssen und uns deshalb umso mehr auf jene Märkte, zu denen wir Zugang haben, konzentrieren sollen. 

Trotzdem hat uns Wolfgang Töchterle (IDM Südtirol) in unserem Gespräch zum Thema “Marketing gegen die Angst vor dem Virus” daran erinnert, dass Reisen und Entdecken zu unserer DNA gehören und wir Menschen nun einmal Entdecker sind – und auch bleiben werden.

Genau dieses entdecken wird in Zukunft neues und altes beinhalten. Franz Linser (Linser Hospitality) hat beispielsweise in unserem Kamingespräch zum Thema “Wellness und Corona – geht das” treffend von Vitamin-N (Natur) für die Zukunft gesprochen. Natur, so sagt Franz Linser, wird in allen Facetten an Bedeutung gewinnen, was für die Wellnesshotellerie eine doppelt gute Nachricht ist, denn Natur ist in unseren Gefilden vorhanden, jetzt geht es darum diese richtig zu inszenieren und die Zeit dafür haben wir jetzt ausnahmsweise. 

Und nun?

Genau diese Ideen, Altem und Bekannten eine neue Bedeutung zu geben und mehr Raum pro Person als neuen Luxus für die Gäste zu schaffen, sind die Denkanstöße, die uns und unseren Hörern neuen Schwung für die kommende Zeit gegeben haben. 

Denn, wie auch Patricio Hetfleisch (Tirol Werbung) richtig sagte, können wir Touristiker es uns nicht leisten nur kurzfristig zu planen, sondern wir müssen langfristige Strategien verfolgen und auch für ein Übermorgen planen.
Was können Sie nun also tun, um in diesem ersten Corona-Winter mit Ihren Gästen in Kontakt zu bleiben: 

  1. Investieren Sie in die Gästebindung – denn touristische Investitionen sind langfristig, genauso wie touristische Verbindungen mit Gästen.
  2. Analysieren Sie Ihre Gästegruppen und schaffen Sie entsprechende Angebote – binden Sie Ihre Gäste und analysieren Sie, wer dieses Jahr zu Besuch war.
  3. Schaffen Sie Inlandsangebote – denn der Inlandsmarkt als Stabilisierungsfaktor ist nicht zu unterschätzen.
  4. Stammgäste, Stammgäste, Stammgäste – loyale Kunden sind die besten Botschafter und außerdem kein schnelles Einmalgeschäft, sondern ein immer wiederkehrendes. Investieren Sie in die Pflege Ihrer Stammgäste.
  5. Katalysator statt Krise – denn durch die Veränderungen der Lebensumstände sind nun Nachhaltigkeit, Regionalität und Natur noch wichtiger als jemals zuvor, fördern Sie diese Themen gezielt auch in Ihrem Haus. 

Das Wichtigste ist, diese Zeit als Ansporn für Veränderung zu nehmen. Wir möchten uns den Worten von Marco Papparlado (Dolomiti Superski) anschließen, der überzeugt davon ist, dass es auch eine Zeit nach Corona geben wird. Er ging in unserem Kamingespräch darauf ein, das Beste aus der schwierigen Lage zu machen und Veränderungen anzunehmen. Denn wer sich jetzt anpasst und sein Produkt hinterfragt, der hat die Chance beim “Neustart” ganz vorne mit dabei zu sein.

Mit diesen positiven Gedanken möchten wir zum Abschluss noch Franz Huber (TVB Obertauern, Die Glöcknerin) zitieren, der treffend sagte: “The snow must go on! Skisport muss weitergehen, Urlaub muss weitergehen.”