Smart Host Academy: Sommer der Veränderung – Gäste 2019 vs. 2020

Die Temperaturen steigen und mit Ihnen sinken die Fallzahlen und die Hoffnung auf eine baldige Wiederöffnung wächst. Auch wenn die vergangene Sommersaison 2020 kurz war, so war diese doch besonders und hat Veränderung mit sich gebracht.

Deswegen haben wir eine Analyse für Sie durchgeführt, um diese Veränderungen zu visualisieren. Dafür haben wir knapp 100 Hotels im Alpenraum unter die Lupe genommen. Unsere Analyse bezieht sich auf 4 und 5 Sterne Hotels, mit durchschnittlich 60 Zimmern, aus den Ländern Deutschland, Österreich und Italien (nur Südtirol) und den dazugehörigen Kennzahlen aus 2019 und 2020 von jeweils dem 15. Juni bis 14. September.

Herkunft der Gäste

Woher kamen die Gäste im letzten Sommer? Ganz allgemein, waren die Gäste 2020 weniger international und lokaler, das bedeutet mehr Inlandstourismus. Sprich, die Gäste waren so „lokal“, wie schon lange nicht mehr. Was wir festgestellt haben, lokal endet nicht unbedingt an den eigenen Landesgrenzen, gerade in Regionen, die an Nachbarländer grenzen, haben Gäste aus dem näheren Umkreis zugenommen.

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Herkunft Gäste 2019 vs. 2020

Fazit: 2020 war kein Sommer für internationales Reisen und internationale Gäste. Gäste kamen häufig aus dem Inland und aus den Nachbarländern, noch mehr als sonst. 

Gruppenzusammensetzung bei Reisen

In welcher Gruppenzusammensetzung sind die Gäste im Sommer 2020 verreist? Vielleicht überraschend für einige, es hat sich nicht viel geändert. Weder sind Reisegruppen größer, noch sind sie kleiner geworden.

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Gruppenzusammensetzung 2019 vs. 2020

Fazit: Entgegen aller Prognosen und Vorhersagen, sind Gäste in 2020 in ähnlicher Konstellation angereist, wie auch schon in den Jahren zuvor.

Alter der Gäste

Wie alt waren eigentlich die Gäste in 2020? Zum Verständnis, wir haben zur Vereinfachung immer die älteste Person eines Reservierungsträgers für die Berechnung herangezogen. Nehmen wir eine Reservierung mit Mann (45), Frau (43) und Kindern (5 und 3), dann wird das Alter des Ältesten mit „45“ in die Vergleichsrechnung aufgenommen.
Im Durchschnitt ergibt sich so folgende Veränderung:

  • 2019: Durchschnittsalter 48,7 Jahre 
  • 2020: Durchschnittsalter 46,8 Jahre

Gäste sind im Schnitt um fast 2 Jahre jünger geworden. Das ist eine massive Verjüngung, so jung war der Schnitt der Sommergäste unsere Kunden, mit Mittelwert >15 Jahre, noch nie.

Fazit: Gäste waren wesentlich jünger und damit verändern sich auch Interessensgruppen und Angebotswünsche.

Durchschnittliche Aufenthaltsdauer

Hat sich die Aufenthaltsdauer verändert? Ja hat sie! Historisch lag die Aufenthaltsdauer ca. 4 Tagen und ist seit dem kontinuierlich gesunken. Erst seit dem Sommer 2020 hat sich dieser Trend wieder gedreht. Im Schnitt liegt die Aufenthaltszeit jetzt bei 4,2 Tagen. Diese Zahlen gab es zuletzt in den frühen 2000ern.

Interessant ist auch die Veränderung der Reisetypen nach Aufenthalt. Kategorien mit einem längerem Aufenthalt haben jeweils um 2 % zugenommen. Mittlerweile machen fast 45% der Gäste 4+ Tage Aufenthalt. 

Aufenthaltsdauer nach Tagen
Aufenthaltsdauer nach Ländern

Fazit: Durchschnittsaufenthalt ist gestiegen und Gäste bleiben insgesamt länger.

Loyalität der Gäste

Welche Gäste waren zu Besuch? Auch im Sommer 2020 galt, treue, loyale Gäste sind wertvolle Gäste. Auf den ersten Blick wirkt es so als hätte sich nichts geändert. Zur Erklärung, wir kategorisieren wie folgt:

  • Erstbesucher: 1x 
  • Wiederkehrer: 2x
  • Stammgäste: 3-4x
  • VIPs: 5+x

Bei der Analyse nach dieser Einteilung ist uns aufgefallen, dass Ihre treuen Gäste nicht nur die Treue gehalten haben, sondern die Zahl der Stammgäste und VIPs insgesamt angestiegen sind. Auch wenn Ihre loyalen Gäste auf dem ersten Blick „nur“ etwas mehr als 20 % ausmachen, so stellen diese den größten Teil Ihrer Anfragen dar und buchen überwiegend direkt. Außerdem interessant auch das alter der Erstbesucher ist im Verhältnis gestiegen und gleichzeitig dass alter gesunken.

Anfrager nach Loyalitätsstatus
Buchungen nach Loyalitätsstatus

Fazit: Ihre treuen Gäste haben Ihnen auch 2020 die Stange gehalten!

Buchungsvorlauf

Wie lange vor der Anreise haben die Gäste angefragt und gebucht? Wenig überraschend buchen Gäste in 2020 deutlich näher am Anreisedatum als im Vorjahr. Dabei hat unsere Datenanalyse folgendes ergeben:

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Veränderung Vorlaufzeit Buchungen und Anfragen
  • Anfragen: 114 Tage im Voraus vs. 65 Tage im Voraus
  • Buchungen: 124 Tage im Voraus vs. 64 Tage im Voraus
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Verlauf Buchungsvorlauf 2019 (lila) und 2020 (grau)

Damit ist der Vorlauf bei Anfragen und Buchungen fast gleich: 65 bzw. 64 Tage. Wir haben uns dies Vorlaufszeiten noch genauer angeschaut. Obwohl sich der Durschnitt quasi halbiert hat, lässt sich bei Monatsbetrachtung erkennen, dass mit einer absehbaren Aufhebung des Beherbergungsverbots die Vorlaufzeit verringert hat. Dies gilt für Anfragen und Buchungen.

Fazit: Gäste wollen in den Urlaub, und damit sie noch in den Urlaub fahren können, buchen sie zur Not auch kurzfristiger. 

Fazit 2019 vs. 2020

Zusammenfassend heißt das, dass Gäste im Schnitt von weniger weit her kommen. Besonders in Perioden der Reiseunsicherheit ist der Heimatmarkt interessanter und Urlaub in der Nähe verbucht mehr Reisende.

Außerdem wurde der durchschnittliche Aufenthalt länger und zwar so lang, wie zuletzt vor 15 Jahren! Wenig Änderung gibt es in den Loyalitätsgruppen. Achten Sie darauf Ihre loyalen Gäste zu halten. Außerdem waren die Gäste im letzten Sommer deutlich jünger. Genauer genommen so jung wie nie zuvor! Große Chancen sind hier vor allem bei Erstbesuchern zu sehen. Arbeiten Sie jetzt daran junge Erstbesucher in 2021 wiederzubegrüßen.

Allgemein zeigen die Zahlen, dass sobald klar ist, ob gereist werden kann, wird auch gebucht. Daher wirft ein Frühbucher eher sein normales Buchungsverhalten über den Haufen, als auf den Sommerurlaub zu verzichten. Das bedeutet für Sie auch, dass eventuelle Buchungslücken sich kurzfristiger als bisher schließen. Das wichtigste ist, da auch die Zahlen des vergangen Sommers zeigen, das eine erfolgreiche Saison auch kurzfristig möglich ist. kurzfristigen Öffnungen besser als gedacht umgehen kann.