
Welche Gästedaten beim PMS-Wechsel verloren gehen und wie ihr Historie, Notizen und Stammgast-Status sichert. Checkliste für Hotels.

Updated:
9.10.2026
Kurz gesagt: Historische Gästedaten gehen beim PMS-Wechsel nicht zwangsläufig verloren, kommen aber oft unvollständig im neuen System an. Besonders gefährdet sind Aufenthaltshistorie, Notizen, der Stammgast-Status und Einwilligungen. Sichert diese Daten vor der Migration in einem vollständigen Export, legt fest, welche Felder übernommen werden, und prüft nach dem Import mit Stichproben.
Ein PMS-Wechsel ist für die meisten Hotels ein großes Projekt: Zimmer, Raten, Schnittstellen, Schulungen. Die Gästedaten laufen dabei oft nebenher. Genau dort entstehen die Probleme, die erst Monate später auffallen. Etwa dann, wenn der Stammgast an der Rezeption steht und das System ihn als Neugast führt.
Name, Adresse und E-Mail sind Standardfelder, die sich vergleichsweise leicht zuordnen lassen. Schwieriger sind die Daten, die euer Haus über Jahre aufgebaut hat:
Jedes PMS speichert Gästedaten in seiner eigenen Struktur. Was im alten System ein eigenes Feld ist, ist im neuen vielleicht ein Freitext oder fehlt ganz. Wenn niemand die Felder vorher zuordnet, landet ein Teil der Daten im falschen Feld oder gar nicht im neuen System.
Dazu kommt die Qualität des Altbestands. Dubletten, veraltete Adressen und uneinheitliche Schreibweisen wandern mit, wenn ihr sie vorher nicht bereinigt. Ein Hotelier berichtete uns von einem früheren PMS-Wechsel, nach dem eine Person wochenlang die Datenbank von Hand korrigieren musste.
Vergleicht zuerst die Gesamtzahlen: Anzahl Gästeprofile, Anzahl vergangener Aufenthalte, Anzahl Newsletter-Einwilligungen im alten und im neuen System.
Dann folgen Stichproben. Nehmt euch eine Liste mit Gästen, die euer Team gut kennt, zum Beispiel 20 langjährige Stammgäste. Prüft für jeden: Stimmt die Zahl der Aufenthalte? Sind Notizen und Präferenzen da? Ist der Newsletter-Status korrekt? Die Rezeption erkennt Fehler bei bekannten Gästen schneller als jede Auswertung.
Plant für die Korrekturen Zeit ein, bevor ihr das alte System abschaltet.
Für die Gästehistorie nicht unbedingt. Wenn der Export vollständig ist und ihr ihn geprüft habt, habt ihr eure Daten gesichert. Eine Option ist ein Lesezugriff auf das alte System für eine Übergangszeit. Ob ihr ihn braucht, hängt davon ab, was ihr noch nachschlagen müsst.
Unabhängig davon gelten gesetzliche Aufbewahrungspflichten, etwa für Rechnungen und Buchhaltungsunterlagen. Klärt mit eurer Steuerberatung, welche Unterlagen wie lange und in welcher Form verfügbar sein müssen.
Wenn ihr Gästedaten neben dem PMS in einem Hotel-CRM pflegt, das an das PMS angebunden ist, stellt sich die Frage anders: Bleiben Historie, Notizen und Einwilligungen im CRM erhalten, wenn das PMS wechselt? Und wird der Gast aus dem neuen PMS dem bestehenden Profil zugeordnet oder als neues Profil angelegt? Fragt euren CRM-Anbieter vor dem Wechsel konkret danach und lasst euch zeigen, ob er eine Schnittstelle zu eurem neuen PMS hat.
