
Kreditkartengarantie im Hotel ohne Kartendaten im PMS: Was Tokenisierung, Garantie und Vorautorisierung bedeuten und was PCI DSS verlangt.


Updated:
5.11.2026
Kurz gesagt: Speichert Kreditkartendaten nicht selbst, weder im PMS noch in E-Mails oder auf Papier. Lasst die Karte von einem PCI-zertifizierten Zahlungsanbieter erfassen und tokenisieren. Euer Hotel arbeitet dann nur mit einem Token, über das der Anbieter bei No-Show oder Storno belasten kann. Den Prüfkartencode (CVV/CVC) dürft ihr nach der Autorisierung nie speichern.
Freitagabend, die Rezeption ist voll, und ein Gast diktiert am Telefon seine Kartennummer für die Garantie. Die Nummer landet auf einem Zettel, später im Bemerkungsfeld des PMS. So oder ähnlich läuft es in vielen Häusern. Genau diese Wege sind das Risiko: Jede Stelle, an der vollständige Kartendaten liegen, muss geschützt werden. In unseren Gesprächen mit Hoteliers hören wir deshalb oft denselben Wunsch: keine Kreditkartendaten mehr im PMS.
PCI DSS ist der Sicherheitsstandard der Kartenorganisationen. Er gilt für alle, die Kartendaten speichern, verarbeiten oder übertragen, also auch für Hotels. Herausgegeben wird er vom PCI Security Standards Council.
Zwei Punkte sind für den Hotelalltag besonders wichtig:
Welche Nachweise euer Haus konkret erbringen muss, legt euer Acquirer (die Bank, die eure Kartenzahlungen abwickelt) fest. Fragt dort nach, wenn ihr unsicher seid.
Bei der Tokenisierung erfasst der Zahlungsanbieter die Kartennummer in seiner gesicherten Umgebung und gibt eurem System einen Ersatzwert zurück, den Token. Mit dem Token kann euer Hotel später über den Anbieter belasten. Die echte Kartennummer liegt aber nie bei euch.
Der PCI SSC beschreibt in seinen Tokenization Guidelines, dass Tokenisierung die Prüfung vereinfachen kann, weil weniger eigene Systeme mit Kartendaten in Berührung kommen. Wichtig: Die Pflicht, PCI DSS einzuhalten, entfällt damit nicht. Sie wird nur überschaubarer.
Für die Praxis heißt das: Der Gast gibt seine Karte in einem Formular des Zahlungsanbieters ein, zum Beispiel über einen Link in der Bestätigung oder im Online-Angebot. Bei euch kommt nur der Token an.
Diese drei Begriffe werden oft vermischt:
Für Ferienhotels mit langem Vorlauf ist eine frühe Vorautorisierung oft unpraktisch, weil sie den Kartenrahmen des Gastes über Wochen blockiert. Eine tokenisierte Garantie oder eine Anzahlung per Zahlungslink ist dann meist die gästefreundlichere Lösung.
Einige Häuser haben uns erzählt, dass sie Garantien oder Anzahlungen lieber per Link nach der Buchungsbestätigung einholen. Das hat drei Vorteile: Die Kartendaten gibt der Gast selbst beim Zahlungsanbieter ein, eure Mitarbeitenden sehen sie nie, und der Gast bekommt sofort eine Bestätigung. Wie das in einem Hotelangebot aussehen kann, zeigt unser Beitrag über Anzahlungen per Link statt Überweisung.
Beachtet dabei: Für Online-Kartenzahlungen im EWR verlangt die Zahlungsdiensterichtlinie PSD2 in vielen Fällen eine starke Kundenauthentifizierung, etwa per Bestätigung in der Banking-App. Welche Ausnahmen bei späteren Belastungen aus einer Garantie greifen, regelt euer Zahlungsanbieter. Lasst euch das schriftlich erklären.
Telefon und E-Mail sind die häufigsten Schwachstellen. Drei Regeln helfen:
Stellt bei der Auswahl diese Fragen:
Wenn ihr gerade auch eure Angebotsprozesse überarbeitet, lohnt sich ein Blick auf die Frage, ob Angebote Zimmer blocken oder nach Live-Verfügbarkeit gelten. Garantie und Option hängen in der Praxis eng zusammen.
Die sicherste Kreditkartengarantie ist die, bei der euer Hotel die Kartennummer nie sieht. Ein PCI-zertifizierter Zahlungsanbieter erfasst die Karte, ihr arbeitet mit dem Token. Den Prüfkartencode speichert ihr nie. Prüft für euer Haus, ob eine Garantie, eine kurze Vorautorisierung vor Anreise oder eine Anzahlung per Link am besten passt, und klärt Haltedauer und Ausnahmen der starken Kundenauthentifizierung schriftlich mit eurem Anbieter.

